In Nepal treffen zwei zoographische Regionen aufeinander, die Orientalische Region im Süden und die Holarktische Region im Norden, so dass eine Vielfalt an Tieren anzutreffen ist. Aufgrund der Klimaunterschiede fällt der Obergang zwischen den Zonen jedoch abrupt aus. Mit über 800 Vogelarten beherbergt Nepal fast die Hälfte aller in Südasien vorkommenden Arten. Schmetterlinge (500 verschiedene Arten) lassen sich das ganze Jahr über beobachten, besonders in Gärten, auf Feldern, in den Uferzonen und Bambuswälder. Terai Im Terai findet man die typische Fauna der orientalischen Region mit Vertretern der indischen und indochinesischen Untergebiete. Der lokale Wildbestand wurde durch die Abholzung stark gefährdet, viele der Arten sind heute nur in Reservaten und Nationalparks zu finden - allen voran der berühmte Chitwan-Nationalpark, der zum Schütze des einhörnigen Panzernashorns angelegt wurde. Die Reservate und Nationalparks beherbergen Tiger (greifen häufig Menschen an!), Leoparden, Büffel, Gaur, Lippenbär, Affenarten, Elefanten, Schwarzwild und Rotwild sowie eine Vielzahl an Kleintieren, Vögeln und Schmetterlingen. Unter den Reptilien kommen zwei Krokodilarten und eine Reihe von Schlangen vor. In der Sjwalik- und Mahabharat-Region sind abgesehen vom Katzenbär, Moschustier, wilden Ziegen und Schafen und dem Gelbschwanz-Glanzfasan die Tiere zu finden, die auch in der Sub-Himalaya-Region beheimatet sind. Sub-Himalaya-Region In der Sub-Himalaya-Region trifft man auf Rotwild, Wildschafe und Ziegen, Leoparden, Panther, Schwarzwild, Schakale, wilde Hunde, Füchse und verschiedene Bärenarten. Der gefährlichste davon ist der Schwarz- oder Himalayabär, der sein Revier meist an steilen dichtbewaldeten Hängen hat. In Hemlocktannen- und Tannenwäldern lebtauch der scheue Katzenbär (Roter Panda). Er ernährt sich von Bambus und schläft tagsüber auf Bäumen. Die Moschustiere sind nahe der Baumgrenze in Rhododendron- und Birkenwäldern beheimatet. Diese Wiederkäuer ohne Geweih erreichen eine Länge von einem Meter und eine Schulterhöhe von 0,50 bis 0,55 Metern. Das männliche Tier besitzt kräftige Eckzähne des Oberkiefers, die etwa 5-7 cm aus dem Maul ragen. Während der Paarungszeit verbreiten die Böcke den charakteristischen Moschusgeruch, der in der Parfümindustrie Verwendung findet. Zu den hier vorkommenden Reptilien zählen Schlangen und Eidechsen. In den Eichen- und Rhododendronwäldern sind im Frühling winzige Vögel mit langen, gebogenen Schnäbeln zu beobachten, die Honigsauger und Mistelfresser. Süd-Nepal An den Südhängen des Himalaya kommen Thar und Pfeifhasen vor. Der Thar gehört zur Gattung der Halbziegen und bewohnt die mittleren Höhen des Himalaya. Die schönen Tiere sind 1,8 m lang und 1 m hoch und tragen bis zu 38 cm lange, in flachem Bogen nach hinten ausgehende Hörner. Das dichte, aus Grannen und Wolle bestehende Fell bildet am Hals und Vorderkörper eine 30 cm lange Mähne. Ihren Namen erhielten die Pfeifhasen von dem Pfiff, den sie allabendlich bei der Futtersuche ertönen lassen. Diese hasenähnlichen, jedoch kurzohrigen Tiere meiden das Sonnenlicht. An sonnigen Tagen bleiben sie in ihrem Bau, der sich in kleinen, selbstgegrabenen Höhlen oder Felsspalten befindet. An bewölkten Tagen dehnen sie ihre Nahrungssuche auf den ganzen Tag aus. Sie leben genügsam und brauchen wenig Flüssigkeit, schon früh legen sie sich einen Wintervorrat an Heu zu. West-Nepal In Westnepal kommen Murmeltiere bis in eine Höhe von 5500 m vor. Die Zone der Nord- hänge einschließlich Khumbu wird zur holarktischen Region gezählt und weist eine große Vielfalt an Säugetieren auf. Luchs, Wolf, Braunbär, Schneeleopard, Moschustier, Fuchs und Blauschaf sind hier beheimatet. |